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Private Rentenversicherung – heute noch eine gute Alternative?

Private Rentenversicherung

Zu den klassischen Sparprodukten, die zum regelmäßigen Sparen genutzt werden können, zählt unter anderem auch die private Rentenversicherung, selbst wenn es sich dabei – zumindest vom Namen her – um eine Versicherung handelt.

Tatsächlich ist die private Rentenversicherung allerdings vielmehr ein Sparplan, denn der Versicherungscharakter ist doch sehr eingeschränkt bzw. je nach angebotener Variante kaum bis gar nicht vorhanden.

In unserem Blog möchten wir uns gerne mit dem Produkt private Rentenversicherung beschäftigen, auf die zwei Varianten eingehen und vor allen Dingen versuchen, die Frage zu beantworten, ob die private Rentenversicherung heutzutage überhaupt noch eine gute Alternative im Bereich regelmäßiges Sparen sein kann.

Welche Eigenschaften besitzt eine private Rentenversicherung?

Wie der Name bereits sagt, handelt es sich bei der privaten Rentenversicherung um ein Finanzprodukt, welches auf privater und freiwilliger Basis abgeschlossen wird. Keinesfalls verwechseln dürfen Sie die private Rennversicherung mit der gesetzlichen Rentenversicherung, denn beide Formen der Vorsorge haben miteinander nichts zu tun.

Allerdings wird die private Rentenversicherung gerne als Ergänzung zur gesetzlichen Rente genutzt, nämlich im Zuge der privaten Altersvorsorge.

Die private Rentenversicherung funktioniert so, dass Sie zunächst einmal regelmäßig, meistens monatlich, Beiträge einzahlen. Diese bestehen zum größeren Teil aus einem Sparanteil, wobei auch ein Kostenanteil seitens der Versicherungsgesellschaft zu berücksichtigen ist.

Diese von Ihnen gezahlten Beiträge sammelt die Versicherungsgesellschaft und legt das Kapital dann in verschiedene Finanzprodukte an, die eine möglichst gute Rendite erwirtschaften sollen.

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Apropos Rendite: Bei der privaten Rentenversicherung teilt sich Ihr möglicher Ertrag zum einen in den Garantiezins und zum anderen in eine Überschussbeteiligung auf. Beachten Sie bitte, dass ausschließlich der Garantiezins, der zudem ein Höchstzinssatz ist, den die Versicherungsgesellschaft überhaupt zahlen darf, einen garantierten Ertrag darstellt.

Die Überschussanteile sind hingegen nicht garantiert und hängen insbesondere davon ab, welches Gesamtergebnis die Versicherungsgesellschaft mit den getätigten Anlagen erzielt und wie hoch die auszuschüttenden Überschüsse in der Summe sind.

Was wird mit der privaten Rentenversicherung versichert?

Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei der privaten Rentenversicherung im Grunde nur dem Namen nach um eine Versicherung, in der Praxis ist es jedoch vor allem ein Rentensparplan. Der Versicherungscharakter besteht – wenn – lediglich darin, dass nach dem Tod des Vertragsinhabers für einen bestimmten Zeitraum eine sogenannte Garantierente an einen Begünstigten gezahlt wird.

Meistens geschieht dies maximal für einen Zeitraum von fünf Jahren ab Todeszeitpunkt bzw. unter der Voraussetzung, dass die Rentenauszahlung zuvor bereits begonnen hatte.

Einen Todesfallschutz in Form des Zahlens einer hohen Versicherungssumme, wie es insbesondere bei der Kapitallebensversicherung der Fall ist, gibt es hingegen in dem Sinne bei der privaten Rentenversicherung nicht.

Welche Varianten existieren am Markt?

Bei der privaten Rentenversicherung gibt es am Markt insbesondere zwei wesentliche Varianten, nämlich:

  • Klassische private Rentenversicherung
  • Fondsgebundene Rentenversicherung

Die zwei Varianten unterscheiden sich von der Struktur und Konstruktion her vor allem in einem Punkt, nämlich worin die Versicherungsgesellschaft die Beiträge der Kunden investiert.

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Bei der klassischen privaten Rennversicherung ist es so, dass insbesondere aufgrund des garantierten Ertrages (Garantiezins) eine gewisse Sicherheit und Kalkulierbarkeit vorhanden sein muss. Daher werden die Beiträge der Kunden unter anderem in die folgenden Finanzprodukte investiert:

  • Geldmarktpapiere
  • Festzinsanlagen
  • Wertpapiere mit sehr guter Bonität
  • Staatsanleihen

Auf der einen Seite investiert der Versicherer die Sparanteile der Kunden also bei der privaten Rennversicherung vergleichsweise sicher, auf der anderen Seite führt dies allerdings dazu, dass die Rendite nicht besonders gut ist.

Dies ist übrigens aktuell auch das Hauptproblem der privaten Rentenversicherung, nämlich dass die durchschnittlichen Erträge – selbst unter Berücksichtigung der Überschussanteile – nur noch selten mehr als vier Prozent betragen. Oftmals bewegt sich die Gesamtrendite mittlerweile sogar unter drei Prozent.

Die zweite Variante, die fondsgebundene Rentenversicherung, unterscheidet sich von der klassischen Variante darin, dass die Versicherungsgesellschaft das Geld der Kunden nicht in die zuvor genannten Produkte investiert, sondern stattdessen in Fonds.

Ob es sich dabei um Aktienfonds, Rentenfonds, Geldmarktfonds oder offene Immobilienfonds sein, entscheidet die Versicherungsgesellschaft selbst bzw. mitunter kann sich auch der Kunde für die Fonds entscheiden bzw. innerhalb eines Angebotes auswählen.

Den Vorteil sehen die meisten Experten bei der fondsgebundenen Rentenversicherung darin, dass die Rendite im Durchschnitt höher als bei der klassischen Variante ist, insbesondere dann, wenn zu einem größeren Anteil in Aktienfonds investiert wird.

Dafür gibt es bei der fondsgebundenen Rentenversicherung auf der anderen Seite aber auch keinen Garantiezins oder einen sonst garantierten Ertrag, sondern die mögliche Rendite ist ausschließlich von der Entwicklung der Fondspreise abhängig. Demzufolge kann es bei der fondsgebundenen Rentenversicherung durchaus passieren, dass Verluste entstehen.

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Probleme durch die Niedrigzinssituation

Ein großes Problem stellt mittlerweile nicht nur für die Kapitallebensversicherung, sondern eben auch für die private Rentenversicherung, die Niedrigzinssituation am Kapitalmarkt dar. Schon seit einigen Jahren bewegen sich die Kapitalmarktzinsen auf einem äußerst geringen Niveau, sodass insbesondere mit festverzinslichen Wertpapieren oder verzinslichen Anlageformen nur noch geringe Erträge zu erwirtschaften sind.

Dennoch müssen die Versicherungsgesellschaften natürlich auch aus der privaten Rentenversicherung heraus resultierende Garantien erfüllen und insbesondere für ältere Verträge teilweise noch Zinsen von drei und mehr Prozent zahlen.

Die Niedrigzinsphase hat vor allem dazu geführt, dass die Renditen im Bereich der klassischen privaten Rentenversicherung zum Teil deutlich gesunken sind, sodass dieses Produkt mittlerweile nicht nur für immer mehr Kunden unattraktiv geworden ist, sondern auch von immer weniger Experten empfohlen wird.

Allenfalls kann die fondsgebundene Rentenversicherung noch eine gute Option sein, denn vor allem bei Aktienfonds spielt die Niedrigzinssituation am Markt keine Rolle, sondern stattdessen können Sie dort sogar vom aktuellen Börsenboom profitieren.

Etwas mehr Attraktivität durch Zulagenrendite

Ein positiver Aspekt bei der privaten Rentenversicherung besteht – sowohl in der Variante klassische Rentenversicherung als auch bei der fondsgebundenen Rentenversicherung – darin, dass diese Finanzprodukte riesterfähig sind.

Sie haben demzufolge die Möglichkeit, sowohl die Grundzulage als auch eine eventuell vereinnahmte Kinderzulage in die Versicherung fließen zu lassen. Der Ertrag, der sich aufgrund der Zulagen ergibt, wird auch als Zulagenrendite bezeichnet.

Diese ist insbesondere dann nicht unerheblich, wenn Sie vergleichsweise geringe Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen. In diesem Fall kann die Zulagenrendite durchaus fünf Prozent und mehr betragen. Allerdings gibt es natürlich nicht nur die private Rentenversicherung, in welche die Riester-Zulagen fließen können, sondern dies ist ebenfalls bei folgenden Sparprodukten möglich:

Insbesondere Fondssparplan und ETF-Sparplan sind natürlich vom Durchschnitt her betrachtet meistens mit einer besseren Rendite als die private Rentenversicherung ausgestattet, sodass sich mittlerweile tatsächlich die Frage stellt, warum man die private Rentenversicherung beispielsweise einem Fondssparplan bevorzugen sollte.

Letztendlich handelt es sich bei der privaten Rentenversicherung zwar nach wie vor um ein vergleichsweise sicheres Produkt, um regelmäßig zu sparen und vielleicht sogar eine Altersvorsorge aufzubauen.

Dennoch hat dieses Versicherungsprodukt aufgrund der Niedrigzinsphase deutlich an Attraktivität verloren, sodass Sie genau vergleichen und überlegen sollten, ob Sie Ihr Geld regelmäßig in eine private Rentenversicherung einzahlen oder sich für eine Alternative entscheiden.

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